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Schröpftherapie

Die Schröpftherapie gehört zu den ältesten medizinischen Therapieverfahren. Gemäß der Überzeugung der Naturheilkunde fördert das Schröpfen die Zellregulation an Ort und Stelle, aber auch im ganzen Körper. Schröpfgläser können am „Ort des Geschehens“ aber z. B. auch auf Reflexzonen oder entlang von Nervenbahnen gesetzt werden.

Man unterscheidet zwei verschiedene Schröpfarten: das trockene Schröpfen und das blutige Schröpfen. Welches Schröpfverfahren verwendet wird, entscheidet der Therapeut anhand verschiedener Kriterien: Ihren Symptomen, Ihrer Konstitution, Ihrem aktuellen Energiezustand und dem therapeutischen Ziel

Wie funktioniert Schröpfen?
Beim trockenen Schröpfen werden offene Kugeln aus Kunststoff mit der Öffnung nach unten auf die Haut gesetzt. In der Kugel wird ein Vakuum erzeugt, sodass durch den Unterdruck das Gewebe nach oben gesogen wird. Dadurch entsteht eine starke Durchblutung an der Stelle, oft kommt es zu einem Bluterguss.  Die Durchblutung und die harmlosen Gewebeverletzungen führen zu einem verstärkten Gewebestoffwechsel und einer Mobilisierung des lokalen Immunsystems. Das trockene Schröpfen wirkt durchblutungsfördernd, anregend, tonisierend und kräftigend.

Beim blutigen Schröpfen geht der Therapeut gleich vor wie beim trockenen Schröpfen, nur stichelt er vor dem Aufsetzen der Schröpfköpfe die zuvor desinfizierte Haut mit einer Lanzette leicht an. Dann wird mit einem sterilen Schröpfkopf ein Vakuum erzeugt. Durch den Sog wird nun nicht nur das Gewebe durchblutet, es tritt auch eine kleine Menge Blut aus. Das blutige Schröpfen wirkt eher entlastend, entstauend, entschlackend und entspannend.

Eine Schröpftherapie besteht meistens aus mehreren Sitzungen, die jeweils 15 bis 20 Minuten dauern. Wie oft geschröpft wird und in welcher Frequenz, hängt vom Therapieziel ab und ob die Schröpfkugeln an unterschiedlichen Stellen oder immer an der gleichen aufgesetzt werden sollen.

Das Gewebe benötigt nach einer Schröpfbehandlung Zeit, um sich zu regenerieren. Meistens sind für einige Tage schmerzlose Male auf der Haut zu sehen (Rötungen, blaue bis schwärzliche Blutergüsse), die aber wieder spurlos verschwinden.

 

Aus der Praxis
Frau P. leidet an Arthrose in beiden Knien und im rechten Schultergelenk. Sie kommt zwei Mal im Monat zur Schröpftherapie, für die ich ihr an den Knien und der schmerzhaften Schulter für 20 Minuten Schröpfköpfe aufsetzen. Sie berichtet von einer größeren Beweglichkeit und weniger Entzündungsschüben. Zusätzlich nimmt sie im Wechsel verschiedene pflanzliche Präparate ein und macht regelmäßig Basenbädern.

Die 22-jährige Simone hat starke Rücken- und Bauchschmerzen während ihrer Regel und kann in den ersten beiden Tagen nicht ohne Schmerztabletten auskommen. Ich schröpfe Simone am Rücken, auf den Reflexzonen für die Hormondrüsen und der Gebärmutter. Nach fünf Therapiesitzungen erzählt sie, dass die Schmerzen nachgelassen haben und sie nur noch am ersten Tag der Regel eine einzige Schmerztablette schlucken muss. Außerdem fühlt sie sich vor der Regel weniger müde.

Herr M. klagt immer wieder über starke Verspannungen im Nacken, er ist eher ein „hitziger“ Typ, der bei Ärger und Anspannung rasch errötet und stark schwitzt. Er hat häufig Kopfweh. Wir vereinbaren eine Behandlungsserie mit blutigem Schröpfen im Schulter-Nacken-Bereich und auf der Reflexzone für die Leber. Zudem bemühe ich mich um Herrn Ms tendenziell hohen Blutdruck und er erhält  eine Microkinesibehandlung. Die Kopfschmerzen werden dadurch deutlich seltener und die Schweißneigung nimmt ab.